Titel:
Persönliche Schutzausrüstungen (PSA)
Richtliniennummer:
Verordnung 2016/425 ersetzt Richtlinie 89/686/EWG geändert durch 93/68/EWG, 93/95/EWG und 96/58/EG
Umgesetzt durch:
Eine Umsetzung ist nationales Recht ist bei Verordnungen nicht mehr notwendig. Früher erfolgte dies durch die  8.ProdSGV = 8.Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz, kurz ProdSG (vormals GPSG)
CE-Info für Kunden:
  • CE-Zeichen am Produkt, ggf. mit Kennnummer der benannten Stelle
  • Info bzw. Dokumentation nach Anhang II in der Sprache des Verwenderlandes
Hier frei vorhanden:
PSA-Verordnung 2016/425 zur Aufhebung der Richtlinie 89/686/EWG (pdf)
Normenliste vom Oktober 2017 (pdf)
Informationen zur Normung von Rettungswesten 2019 (pdf)
Die Quellenangaben finden Sie in den pdf-Dateien.
Kurzdefinition:
Als persönliche Schutzausrüstung im Sinne dieser Richtlinie gilt jede Vorrichtung oder jedes Mittel, das dazu bestimmt ist, von einer Person getragen oder gehalten zu werden, und das diese gegen ein oder mehrere Risiken schützen soll, die ihre Gesundheit oder ihre Sicherheit gefährden können.
Aktueller (Corona) Hinweis: die EN 149 für Atemschutzgeräte ist derzeit beim Beuth-Verlag in Berlin kostenlos erhältlich. Nur wer die Prüfungen, die in dieser Norm beschrieben sind, erfolgreich bei den Produkten nachweisen, darf die CE-Kennzeichnung entsprechend dieser Richtlinie und der Norm anbringen. Externe Prüfungen bei Laboren sollen, so die mündliche Mitteilung, irgendwo zwischen 10.000 und 20.000 Euro kosten und die Lieferzeit wenige Wochen. 
Für alle Anarchisten der Hinweis: Atemschutzgeräte ohne CE sind nicht zulässig, auch wenn Behörden angeblich diese derzeit nicht beanstanden. Hier ist es egal, was Landesbehörden sagen, entscheidend sind Aussagen von EU-Ebene. Normale Menschen werden aber sagen "wo kein Kläger, da kein Richter". Weitere Informationen finden Sie auch bei der Baua aktuell (2020) zu Atemschutz.
Nur auf wenige Wochen befristet soll die Regelung sein, dass PSA oder Medizinprodukte, die den grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen der PSA-Verordnung (EU) 2016/425, der Medizinprodukte-Richtlinie 93/42/EWG oder der Medizinprodukte-Verordnung (EU) 2017/745 im Kern entsprechen, obwohl die Konformitätsbewertungsverfahren einschließlich der Anbringung der CE-Kennzeichnung nicht vollständig im Einklang mit den harmonisierten Normen erfolgt ist, für einen begrenzten Zeitraum und während der Durchführung der notwendigen Verfahren zu Corona in der EU in Verkehr gebracht werden dürfen. PSA oder Medizinprodukte ohne CE-Kennzeichnung können ebenfalls von den zuständigen Behörden beschafft werden. Es muss aber sichergestellt sein, dass diese Produkte nur medizinischen Fachkräften und nur für die Dauer der derzeitigen Pandemie zur Verfügung gestellt werden. Diese Produkte dürfen nicht in die normalen Vertriebskanäle gelangen!

Persönliche Schutzausrüstungen

Nach Richtlinie 89/686/EWG ist nach dem 1.Juli 1995 kein Verkauf ohne CE-Kennzeichnung erlaubt.
Verkürzte Definition:
Als persönliche Schutzausrüstung im Sinne dieser Richtlinie gilt jede Vorrichtung oder jedes Mittel, das dazu bestimmt ist, von einer Person getragen oder gehalten zu werden, und das diese gegen ein oder mehrere Risiken schützen soll, die ihre Gesundheit oder ihre Sicherheit gefährden können.
Folgende vereinfachte Kategoriedarstellung ist zu beachten:

  • Kategorie I: einfache PSA, z.B. Gartenhandschuhe, Knieschützer,
  • Kategorie II: PSA, die nicht in Kategorie I und III fallen, z.B. Industrieschutzhelme
  • Kategorie III: komplexe PSA, z.B. Atemschutzgeräte, hier ist CE mit vierstelliger Nummer einer benannten Stelle anzubringen!

Ausnahmeliste dazu:

Ausgenommen von dieser Regelung sind Produkte wie

  • speziell für Ordnungskräfte entwickelte und hergestellte persönliche Schutzausrüstungen (Helme, Schilde usw.).
  • Persönliche Schutzausrüstungen für die Selbstverteidigung gegen Angreifer (Aerosolgeräte, Abschreckungshandwaffen usw.).
  • für private Verwendung hergestellte und entwickelte persönliche Schutzausrüstungen gegen:
    • Witterungseinflüsse (Kopfbedeckungen, witterungsgerechte Kleidung, Schuhe und Stiefel, Regenschirme)
    • Feuchtigkeit, Wasser (Spülhandschuhe usw.)
    • Hitze (Handschuhe)
  • zum Schutz oder zur Rettung von Schiffs- oder Flugzeugpassagieren bestimmte persönliche Schutzausrüstungen, die nicht ständig getragen werden.
  • Helme und Sonnenblenden für Benutzer zweirädriger und dreirädriger Kraftfahrzeuge.

Nachfragen bei speziellen Problemen dürften sinnvoll sein – den die Begriffe sind nicht immer eindeutig bekannt. Die Abwägung kann schwierig werden, so sind z.B. Sicherheitsreflektoren für Fußgänger nach EN 13356 technisch zu gestalten und mit der CE-Kennzeichnung zu versehen.