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CE-Einsteiger-Informationen

CE ist eine Aussage des Herstellers - und deshalb juristisch so wichtig und verbindlich, da auf dieser Grundlage leicht Verfahren eingeleitet werden können (was mit Prüfzeichen kaum möglich ist!). Die Angabe von Hersteller und dessen postzustellfähige Adresse ist auf dem Produkt anzugeben (Quelle: Produktsicherheitsrichtlinie von 2001, in Deutschland mit vielen Details erst 2011 als ProdSG umgesetzt). Wenn wir hier CE oder CE-Zeichen schreiben, meinen wir die CE-Kennzeichnung.... 

Die EU bietet an manchen Stellen sehr gute Informationen zu diesem Themenbereich an.

Einige Aussagen zur CE-Kennzeichnung, die Ihnen das Verständnis erleichtern sollen:

  1. Die CE-Kennzeichnung ist für viele Produkte verpflichtend. Sie ist ein Hinweis darauf, dass das Produkt geprüft wurde und es den gesetzlichen Anforderungen der EU zur Gewährleistung von Gesundheitsschutz, Sicherheit und Umweltschutz entspricht, bevor es in Verkehr gebracht wurde. Eine Prüfung kann auch das Besichtigen sein (diese Vorgehensweise ist in der Elektrotechnik normal, es kommt immer auf den Einzelfall an!).
  2. Die CE-Kennzeichnung ist mit der Richtlinie 93/68/EWG von 1993 eingeführt worden. Das Kürzel CE kann man mit "Communautés Européennes" also: Europäische Gemeinschaften, alternativ " C onformität mit E uropa" übersetzen, also einer Übereinstimmung mit europäischen Regeln.
  3. Mit dem CE-Zeichen wird angezeigt, dass grundlegende Anforderungen, wie diese in den Richtlinien genannt sind (dort wird zumeist zur Konkretisierung auf das Normenwerk verwiesen), eingehalten werden. Ein Produkt darf nur dann mit dem CE-Zeichen gekennzeichnet werden, wenn es in den Anwendungsbereich einer oder mehrerer dieser Richtlinien fällt. Eine mißbräuchliche Verwendung der CE-Kennzeichnung ist nach Produktsicherheitsrichtlinie bzw. deren nationaler Umsetzung § 6 Abs. 1 ProdSG mit Bußgeld bewehrt. Das CE-Zeichen steht Ihnen hier kostenlos als graphische Vorlage zur Verfügung.
  4. Mit dem CE-Zeichen wird angezeigt, daß alle anzuwendenden Richtlinien beachtet werden. Im Zweifelsfall ist nur die Konformitätserklärung aussagekräftig. Nur wenige Richtlinien (wie die Maschinenrichtlinie) fordern ausdrücklich die Übergabe der Konformitätserklärung an den Kunden, andere Richtlinien wie die EMV- und Niederspannungsrichtlinie enthalten keine verpflichtende Übergabe derselben an den Kunden.
  5. Das Produkt muß in den meisten Fällen nicht angemeldet werden (Ausnahmen sind z.B. aktive Medizinprodukte und viele Funkanlagen (RED).
  6. Die Konformitätserklärung ist ein rechtsverbindliches Dokument und ist von handlungsbevollmächtigten Personen zu unterschreiben, d.h. vom Geschäftsführer oder anderen Personen (Handelsregistereintrag). Ohne Konformitätserklärung keine CE-Kennzeichnung am Produkt! Eine bei allen Richtlinien geltene Regel besagt, dass die Konformitätserklärung auf Anfrage innerhalb kurzer Frist zuständigen Behörden vorgelegt werden muss.
  7. Das CE-Zeichen ist kein Prüfzeichen, es ist meist nur eine Aussage des Herstellers - und damit ist klar ein Verantwortlicher vorhanden. Eine CE-Kennzeichnung mit einer 4-stelligen Nummer dahinter hat quasi Prüfzeichenqualität, denn dann muss eine bestimmte Art von Stelle eingeschaltet worden sein!
  8. Prüfzeichen sind im Gegensatz zu CE kundenorientierte Zeichen, die dem Verbraucher etwas mitteilen - wenn diese nicht gefälscht sind (eine Marktüberwachung findet kaum statt). Eine Dokumentation kann von Kunden fast nie angefordert werden, insofern ist die Zuverlässigkeit dieser Aussagen als gering zu bewerten.
  9. Im Gegensatz zu vorgenannten Prüfzeichen kann eine Behörde durch das CE-Zeichen schnell eine definierte Dokumentation beim Hersteller anfordern!
  10. Nur in Deutschland gibt es den Sonderfall "GS-Zeichen" als gesetzliches Zeichen, welches auch von Behörden überwacht wird. Aber GS zeigt nicht die Einhaltung grundlegender Anforderungen wie bei CE an, da GS z.B. nicht EMV, RoHS und Eco-Design umfasst. Wir halten das GS-Zeichen für eine historisch gewachsene Verbrauchertäuschung und diskutieren dies seit Jahren mit den Behörden. Übrigens: viele GS-Zeichen unberechtigt angebracht.... Falls Sie GS-Zeichen oder ähnliches als Hersteller am Produkt angebracht haben, müssen (!Produktsicherheitsgesetz!) Sie einen Zeichengenehmigungsausweis vorlegen können. Händler fragen so etwas vor Lieferung der Ware beim Lieferanten (insbesondere in Asien) an!
  11. In den meisten Fällen kann der Hersteller mit Firmensitz in der EU ohne zusätzliche externe Kosten eine Konformitätserklärung ausstellen und seine Produkte mit CE kennzeichnen und verkaufen. CE-Erklärungen von Firmen, die nicht in der EU oder in EFTA-Ländern ihren (genannten) Firmensitz haben, sind rechtlich korrekt, aber weitgehend wertlos, da rechtlich der Importeur der Ansprechpartner z.B. für Behörden ist! Ein Update der Richtlinien sorgt derzeit dafür, dass der Name des Importeurs dem Kunden bekannt wird.
  12. Bei jedem Endverbraucherprodukt für den deutschen Markt ist eine deutschsprachige Bedienungsanleitung mitzuliefern (es gibt fast keine Ausnahmen! Quelle ist das deutsche ProdSG bzw. das alte GPSG). Es ist am Produkt der Firmenname und die Adresse anzugeben, eine Internetadresse reicht nicht aus! (Quelle u.a. offizielle FAQ´s zum GPSG von 2005, auch wenn viele Hersteller und zum Teil Behörden dies nicht beachten!)
  13. Das Sicherheitsniveau in der EU ist durch diese Regelungen anders festgelegt und meist höher als bei vergleichbaren Produkten für den nordamerikanischen Markt! Einge wenige Prüfergebnisse wie FCC (eine Art EMV-Test) sind nutzbar, normale elektrische Sicherheit und mechanische Sicherheiten der amerikanischen Produkte sind oft haarsträubend!
  14. Beachten Sie unbedingt die möglicherweise für das Produkt zutreffenden Eco-Design-Anforderungen! Anders als bei KFz-Behördenzulassungen wird hier überwacht!
  15. Beachten Sie die RoHS-Vorgaben für elektrotechnische Produkte im Rahmen von CE! Asiaten kennen diese Vorgabe, die USA kennen solche Vorgaben nicht und fabrizieren hier nicht verkaufsfähige Geräte!
  16. Zusätzlich gelten Entsorgungsverpflichtungen nicht nur für Batterien, beachten Sie deshalb die WEEE-Richtlinie und deren nationale Umsetzungen, wie z.B. in Deutschland die Anmeldung bei der Stiftung EAR! Dies hat nichts mit CE zu tun, ist rechtlich in Deutschland aber verknüpft worden!
  17. Produkte für den Einbau in Kraftfahrzeuge müssen teilweise zusätzlich zum CE-Zeichen mit der E-Kennzeichnung versehen werden! Durch die Überschneidungen gibt es hier regelmäßig nicht einfach nachvollziehbare Aussagen der Behörden und Prüfinstitute.

Grundsätzlich gilt nur eines: Keine Regel ohne Ausnahme!

Link-Tipp zur Normung, wenn Sie sich mit Normen in Deutschland beim Beuth-Verlag auseinander gesetzt haben, die Zusammenarbeit mit China lässt sich über die Seite EU - China- Standards recherchieren!

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